Mediationsverfahren

Mediationsverfahren - Rechtsanwaltskanzlei Hopf | Quelle: Gerd Altmann auf pixelio.de

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1. Definition und Entwicklung

Vor Gericht und auf hoher See sind nach dem Volksmund alle in Gottes Hand.Mag eine Seereise zuweilen unumgänglich sein, so braucht man bei einem Rechtsstreit sein Schicksal nicht unbedingt aus der Hand zu geben und hilflos zusehen, wie Juristen nach Recht und Gesetz streiten, ohne dass man selbst noch eigenverantwortlich an einer interessengerechten Lösung des Konflikts mitwirken kann.

Doch nicht jede Auseinandersetzung muss unweigerlich vor Gericht enden. Die zeitgemäße Alternative lautet:

Mediation.

Mediation steht gleichbedeutend mit Vermittlung.

Im Mediationsverfahren versuchen Parteien auf freiwilliger Basis selbständig und eigenverantwortlich mit Hilfe eines neutralen und ausgleichenden Vermittlers – Mediator – ihren Konflikt vernünftig und einvernehmlich zu lösen, so dass beide Seiten zukünftig von einem befriedeten Miteinander profitieren können.

Kurzum: Kooperation statt Konfrontation.Mediation hat bereits in den USA eine lange Tradition und bildet eine beliebte Alternative zu teuren und langfristigen Gerichtsverfahren.

In Deutschland gewinnt das Mediationsverfahren seit 1970 zunehmend an Bedeutung; vornehmlich in den Bereichen Familien-, Umwelt-, Vertrags-, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht.

2. Ablauf des Mediationsverfahrens

Um den Erfolg der Mediation auch formal zu gewährleisten, ist es zweckmäßig sich an einem bestimmten Verfahrensablauf zu orientieren.

In der Vorbereitungsphase

nach der Kontaktaufnahme mit den Parteien werden zunächst die Erwartungen der Parteien erfragt und die Grundregeln oder besser gesagt „klare Spielregeln“ der Mediation vereinbart und über deren Grundprinzipien aufgeklärt, die die Neutralität des Mediators, die Vertraulichkeit der Mediation, die Selbstverantwortlichkeit, aber auch die Informiertheit der Parteien sowie die Freiwilligkeit des Verfahrens beinhalten.

Nach Klärung dieser Punkte endet diese Phase mit dem Abschluss eines entsprechenden, schriftlich fixierten Mediationsvertrages.

Danach werden in einem ersten Treffen

zwischen den Beteiligten die Themengebiete abgesteckt, über die verhandelt werden soll.

Die Parteien stellen in dieser Phase ihre Sichtweise des Problems vor und machen Perspektiven deutlich. Der Mediator stellt Fragen, achtet darauf, dass beide Seiten ungestört vortragen können und fasst hinterher den Konflikt zusammen. Er „moderiert“ also zunächst das Gespräch.

Dann wird ein Ausblick der Parteien in die Zukunft gemacht.

Sie sollen ihre Bedürfnisse, Interessen und ihre Ziele formulieren. Dabei geht es noch nicht um konkrete Lösungen sondern um Lösungsoptionen. Der nächste Schritt ist es, Ideen und Vorschläge zu sammeln, wie eine Lösung aussehen könnte.

Auch der Mediator trägt hierzu bei. Er wird versuchen, die Lösungsoptionen vor dem Hintergrund der Bedürfnisse und Interessen abzugleichen und ggfs. auch anregend und lösungsorientiert zu wirken.

In der abschließenden Bewertungsphase sind unbrauchbare Möglichkeiten auszusondern und auf so genannte Win – Win – Situationen als Lösungen hinzuwirken, die beide Parteien aus dem Streit als Gewinner entlassen. Bei einer positiven Entscheidung der Parteien für eine durchsetzbare Option folgt tunlichst die schriftliche vertragsgemäße Fixierung der Ergebnisse.

3. Vorteile der Mediation und Resümee

Die Vorteile der Mediation liegen auf der Hand.Mediation spart Geld und gewinnt Zeit, ist vertraulich und führt durch die Eigenverantwortlichkeit der Parteien durchweg zu vernünftigen Lösungen, ohne die Atmosphäre zu vergiften.

Gerade der Kosten- und Zeitfaktor spricht für die Mediation, denn ein Mediator kostet weniger als zwei Anwälte und Gerichtskosten fallen gar nicht an. Während ein Gerichtsverfahren durchschnittlich gut sechs Monate dauert, dauert eine gelungene Mediation oft nur knapp einen Monat.

Statt sein Schicksal einfach teuer in die Hände anderer zu legen, ist man lieber selbst unmittelbar beteiligt, eine preiswerte, zeitnahe und vertrauliche Lösung zu finden.

Der wahre Experte für die eigenen Interessen ist nicht der Richter, sondern nur man selbst.

Exakt diese Möglichkeit bietet das Instrument der Mediation.

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